Hyperlink Umbau
Für eine klimaneutrale Gestaltung der zukünftigen Energieversorgung ist der Einsatz von CO2-freiem grünen Wasserstoff unabdingbar. Das erfordert geeignete Transportleitungen und Speichermöglichkeiten. Einen Teil des künftigen deutschen Wasserstoffnetzes entwickelt, baut und betreibt Gasunie im Rahmen von Hyperlink.
Zu einem Anteil von etwa 70 Prozent erfolgt die Umsetzung von Hyperlink durch dem Umbau bestehender Erdgasleitungen. So minimieren wir die Kosten, Bauzeiten und Belastungen für Menschen und Umwelt.
Hyperlink - ein zentraler Baustein des Wasserstoff-Kernnetzes
Hyperlink ist mit einem Anteil von etwa 10 Prozent ein zentraler Baustein des Wasserstoff-Kernnetzes, dem Grundgerüst für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland. Das Hyperlink-Netz von Gasunie wird Erzeuger und Verbraucher in Nord- und Westdeutschland miteinander verbinden und so den wachsenden Bedarf an CO2-freiem Wasserstoff decken. Darüber hinaus werden viele wichtige Industrieregionen in Deutschland mit Wasserstoffspeichern und Importstandorten in Dänemark und den Niederlanden verbunden.
Damit bekommt Norddeutschland ein leistungsstarkes und zukunftsorientiertes Wasserstoff-Transportsystem, das Dekarbonisierung, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und damit auch sichere Arbeitsplätze ermöglicht.
- Hyperlink ist europäisch, indem es die dänischen und niederländischen Wasserstoffquellen dem deutschen Markt zur Verfügung stellt.
- Hyperlink ist marktorientiert, indem wir die Produzenten von Wasserstoff mit den Händlern und Abnehmern sowie den Speichern verbinden, sodass das Netz mit dem Markt wachsen kann.
- Und Hyperlink ist effizient, indem etwa 70 Prozent auf der Verwendung bereits bestehender Leitungen basieren. Das spart Neubaukosten und beschleunigt den Markthochlauf.
Mit Hyperlink schlägt Gasunie ein neues Kapitel in der Geschichte des Unternehmens und zugleich für die deutsche Energiewende auf. Hier wollen wir Ihnen die ersten Maßnahmen, die sich aus dem Projekt ergeben, vorstellen.
Hintergrund: Das deutsche Wasserstoff-Kernnetz
Der 22. Oktober 2024 stellt einen Meilenstein für die Energiewende in Deutschland dar: An diesem Tag genehmigte die Bundesnetzagentur den Bau des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes . Mit einem Investitionsvolumen von 18,9 Milliarden Euro entsteht bis 2032 das größte Wasserstoffnetz Europas und damit ein wichtiger Pfeiler des klimaneutralen Energiesystems der Zukunft.
Das 9.040 Kilometer lange Netz entsteht zu rund 60 Prozent aus der Umstellung bestehender Gasleitungen. 40 Prozent der Leitungen werden neu gebaut. Das Kernnetz verbindet wichtige Industriezentren, Häfen und Energieerzeugungsstandorte und ermöglicht eine enge Verknüpfung mit unseren europäischen Nachbarn. Neben Gasunie und 14 weiteren Fernleitungsnetzbetreibern sind auch zehn Verteilnetzbetreiber am Kernnetz beteiligt.
Hyperlink: Das Wasserstoff-Netz im Norden wächst
Die Umweltminister von Niedersachsen und Schleswig-Holstein besuchen gemeinsam Gasunie-Baustelle
Auf der Elbinsel Lühesand betreibt Gasunie aktuell die entlegenste Wasserstoff-Baustelle Norddeutschlands. In einem Vor-Ort-Termin haben sich heute Christian Meyer, der niedersächsische Umweltminister, und Tobias Goldschmidt, sein Amtskollege aus Schleswig-Holstein, einen Eindruck über die laufenden Arbeiten zum Entstehen einer leistungsstarken Wasserstoff-Infrastruktur verschaffen können.
Auf der Insel ertüchtigt Gasunie derzeit eine bestehende Erdgasleitung für den künftigen Transport von Wasserstoff. Kern der Baumaßnahme ist der Austausch einer Armatur, um künftig den sicheren Transport von Wasserstoff zu ermöglichen und damit einen weiteren Baustein für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz umzusetzen. Dabei handelt es sich um eine der anspruchsvollsten Hyperlink-Baustellen. Alle Materialien und Baumaschinen, aber auch das Personal müssen per Boot antransportiert werden. Zugleich finden die Arbeiten in einem Naturschutzgebiet statt, in dem unter anderem der Seeadler brütet. Und nicht zuletzt werden die Bauarbeiten durch den Gezeitenkalender bestimmt - alle Transporte zur Insel und zurück sind abhängig von Ebbe und Flut.
Mit ihrem Wasserstoff-Projekt Hyperlink steht Gasunie für rund ein Zehntel des zukünftigen bundesweiten Wasserstoffkernnetzes. Was Hyperlink kennzeichnet, ist die Tatsache, dass rund 70 Prozent des von Gasunie betriebenen Wasserstoffnetzes auf der Umrüstung bereits bestehender Erdgasleitungen basiert. Der gezielte Austausch von Leitungs-Komponenten, zum Beispiel ober- wie auch unterirdischer Armaturen, macht es möglich, dass das Netz für Wasserstoff entsteht, ohne dass alle Leitungen neu verlegt werden müssen. Das spart Ressourcen bei der Planung, Genehmigung und Verlegung und ist somit auch eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung. Für die Umstellung der deutschen Energieversorgung auf komplett klimaneutrale Energieträger wie Wasserstoff bis 2045 ebenfalls wichtig: Dieses Vorgehen sorgt für eine beschleunigte Umsetzung. Über das komplette Hyperlink-Projekt hat Gasunie bereits 182 km bestehende Erdgasleitungen H2-ready umgebaut. Die erste Leitungsabschnitte von Hyperlink werden Ende 2027 in Betrieb genommen.
Zitat Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein:
„Der Hyperlink ist so etwas wie die Hauptschlagader des Wasserstoffkernnetzes. Damit vernetzen wir den Nordseeraum zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden zu einem gemeinsamen, klimaneutralen Energiemarkt der Zukunft. Aus Dänemark werden wir über den Hyperlink Wasserstoff nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen importieren. Damit wir auch eine eigene grüne Wasserstoffproduktion aufbauen und dafür die optimalen Bedingungen in Schleswig-Holstein nutzen, ist nun die Bundesregierung gefragt: Sie muss den Wasserstoffhochlauf endlich ernst nehmen und klar und entschieden voranbringen. Statt Unsicherheiten zu schüren, braucht es entsprechende Anreize, Förderungen und einen sicheren Rechtsrahmen. Sonst verpassen wir obendrein eine große wirtschaftliche Chance für unser Land.”
Zitat Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz:
„Mit der Hyperlink-Pipeline setzen wir gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Gasunie ein starkes Zeichen für die Wasserstoffzukunft. Die länderübergreifende Zusammenarbeit und die Umrüstung bestehender Leitungen zeigen, wie wir den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur effizient, klimafreundlich und ressourcenschonend gestalten. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass grüner Wasserstoff dort ankommt, wo er für die Energiewende und die Industrie am dringendsten gebraucht wird.“
Zitat Britta van Boven, Geschäftsführerin Gasunie Deutschland
„Hyperlink ist ein europäisches Projekt, das in den nächsten Jahren die drei großen Wasserstoffmärkte Deutschland, Dänemark und die Niederlande miteinander verbinden wird – zum Nutzen des Klimas und der Wirtschaft. Dabei spielen unsere Leitungen im Norden Deutschlands eine zentrale Rolle. Mit den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeinsam wollen wir Motor für den europäischen und deutschen Wasserstoff-Hochlauf sein“.